27. Bundeskongress am 10./11. November 2022

"Die Sektorengrenzen müssen fallen!"

In der Einladung zum 27. Bundeskongress hatte der DVLAB formuliert: "Die Altenhilfe befindet sich im Dauerkrisenmodus, der Pflegenotstand ist zu einem Normalzustand geworden. Wer aus der Politik nimmt diese Situation mit Realitätsbezug überhaupt noch ernst? Das System scheint sich ja offensichtlich trotz nicht enden wollender Klagen über Wasser zu halten - oder?"

Nein, das System insbesondere der stationären Pflege wird sich über kurz oder lang nicht über Wasser halten können. Auf dem Bundeskongress in Berlin wurde das vielfach deutlich. Die notwendige große Pflegereform ist jedoch nicht in Sicht, obwohl die Altenhilfe erdrückt wird von Problemen. Entsprechend waren sich die Expertinnen und Experten, allen voran Prof. Dr. Thomas Klie (Freiburg), Prof. Dr. Klaus Wingenfeld (Bielefeld), Prof. Dr. Heinz Rothgang (Bremen) und Bernhard Schneider (Pro-Pflegereform), auf dem Bundeskongress vollkommen einig: Die Altenhilfe braucht sehr schnell eine umfassende Strukturreform und die Auflösung der Sektorengrenzen, um für die nächsten Jahrzehnte zukunftsfest zu sein.

Der DVLAB Bundesvorsitzende Peter Dürrmann fasst das im Rückblick auf den Kongress so zusammen: "Wenn die Sektorengrenzen nicht fallen, Pflegehäuser nicht zu Mietshäusern werden und das Leistungsrecht nicht in Richtung persönliches Budget verändert wird, kann die Zivilgesellschaft in die Versorgung und Unterstützung von pflegebedürftigen Menschen nicht eingebunden werden. Das ist jedoch dringend geboten - denn die stationäre Altenpflege hat keine Zukunft mehr. Um die Versorgung aufrecht erhalten zu können, brauchen wir die Beteiligung der Zivilgesellschaft, der Angehören, der Nachbarn. Und wir brauchen für ihre Unterstützungsleistungen ein Belohnungssystem. Das persönliche Budget gibt Pflegebedürftigen selbst Geld in die Hand. So können sie individuell entscheiden, was ihnen im Alltag hilft."

Das also war die übereinstimmende Antwort in Berlin auf die immer drängenderen Fragen: Wie sollen die stetig steigenden Kosten der Pflege finanziert werden - und wer leistet überhaupt zukünftig noch die Pflege?

Handouts der Vorträge (nur für Teilnehmer*innen)
Rückblick auf den Kongress
O-Töne und Impressionen
Ausstellerverzeichnis
Programmheft

Ab 16-11-2022 Klicks: - 369 -


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