Pflegende Angehörige: Petition wird mit 87.000 Unterschriften übergeben
04.11.2026 - Morgen um 9 Uhr startet im Bundestag die erste Lesung zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG). Eine Stunde vor Beginn werden pflegende Angehörige die Petition Pflegereform ja – aber nicht auf Kosten pflegender Angehöriger mit über 87.000 Unterschriften an Simone Borchardt, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, übergeben.
Initiiert worden ist die Online-Petition von wir pflegen e.V. und Pflegende Angehörige e.V. Auch der DVLAB hatte mit aller Kraft um Mitzeichnende geworben sowie die Petition an prominenter Stelle auch auf seiner Website verlinkt. "Wir stehen voll und ganz hinter den Forderungen der pflegenden Angehörigen und wollen sie in jeder Weise unterstützen", unterstreicht DVLAB-Chef Peter Dürrmann die Haltung seines Verbandes.
Nun haben über 87.000 Menschen die Forderungen unterschrieben und treten damit gemeinsam für eine gerechtere Reform ein, die Pflege ohne Kürzungen flexibler, unbürokratischer und verlässlicher gestaltet.
Dazu Sebastian Fischer, Vorstand von wir pflegen e.V.: „Die Pflegereform geht an der Lebensrealität pflegender Angehöriger vorbei. Statt Entlastung auszubauen, wollen CDU und SPD den Pflegedschungel mit starren Budgets und Vorgaben erweitern." Wer pflegt, brauche aber flexible und unbürokratische Pausen zur Entlastung. Die Bundesregierung predige zwar Prävention, streiche aber mit der Verhinderungspflege gleichzeitig das Mittel, das pflegende Angehörige vor Überlastung schützt. "Am Ende kostet das die Familien und uns alle mehr“, so Fischer.
Das Pflegeneuordnungsgesetz sieht vor, dass die Verhinderungspflege als eigenständiger Leistungsanspruch wegfällt. Damit wird es für pflegende Angehörige schwerer, selbstbestimmt kurze Auszeiten zu nehmen, die der Pflegesituation angemessen sind. Dies wiederum erschwert es pflegenden Familien, Beruf und Pflege miteinander zu verbinden oder eine Pause zu machen, wenn sie krank sind oder Urlaub brauchen. Menschen mit Pflegegrad 1 verlieren den Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat. Ab Januar steigen außerdem die Hürden für alle Pflegegrade. Die Kürzungen sollen sofort greifen, während eine Kommission ihre Vorschläge für die eigentliche Reform erst bis Ende Januar 2027 vorlegen soll.
Jetzt würden über 87.000 Menschen eine Pflegereform fordern, "die pflegende Angehörige stärkt, statt ihnen durch Kürzungen und Einschränkungen zusätzliche Lasten aufzubürden. Diese Stimmen müssen gehört werden und in den weiteren parlamentarischen Prozess einfließen“, betont auch Kornelia Schmid, Vorständin Pflegende Angehörige e.V.
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