Pflege in Sachsen-Anhalt: Befürchtungen nach AfD-Wahlsieg
17.09.2026 - Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt ist dort auch die Pflege offenbar stark verunsichert. Das Portal altenheim.net berichtet, dass mehrere Organisationen vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels in dem Bundesland gewarnt hätten. Danach fürchten Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und Kirche eine Abwanderungswelle.
"Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, Christoph Stolte, verwies auf die gestiegenen Sorgen von Geschäftsführern, weil sich Arbeitnehmer vermehrt Zwischenzeugnisse ausstellen ließen", so altenheim.net. Für Stolte sei das ein Hinweis darauf, dass diese Menschen einen Wechsel in andere Bundesländer erwägen würden.
Weiter heißt es: Nach Angaben der AWO-Landesvorsitzenden Barbara Höckmann hätten bis zu 25 Prozent der Mitarbeitenden in Sachsen-Ahalt einen Migrationshintergrund, bei den Auszubildenden liege der Anteil bei etwa 40 Prozent. Da drängt sich doch die Frage auf, was aus all diesen unbedingt gebrauchten Menschen wohl wird, wenn die AfD ans Regierungsruder kommen sollte.
Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent errungen. Nach den Buchstaben ihres Regierungsprogramms lehnt die Partei Zuwanderung als Lösung des Pflegekräftemangels definitiv ab. Sie will nahezu ausschließlich auf inländische Ausbildung, Familienpflege und höhere Erwerbsanreize für deutsche Pflegekräfte setzen. Geplante Instrumente sind u.a. eine Technisierungs-, Digitalisierungs- und KI-Strategie, ein Rückkehrprogramm für ausgewanderte deutsche Pflegefachkräfte mit Rückkehrprämie sowie langfristig eine erhoffte "Geburtenwende".
Dies lässt – zusammen mit der umfassenden „Abschiebe- und Remigrationsoffensive“, die die AfD für Sachsen-Anhalt vorsieht – bei der Pflege im Bundesland verständlicherweise viele Befürchtungen aufkommen.
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