Karriere in der Altenpflege: Sind die Gehälter von Leitungskräften gerecht?


31.08.2026 - Laut der REHSEARCH-Analyse 2020 – 2026 hat sich das Gehalt von Leitungskräften in der Pflege nicht im gleichen Tempo entwickelt wie das Gehalt von Pflegefachkräften.

Der Personalvermittler REHSEARCH hat untersucht, ob Führungskräfte-Gehälter in der Altenpflege gerecht sind. Dazu zog er vergleichend die Gehaltsentwicklung von Pflegefachkräften, Wohnbereichsleitungen (WBL), Pflegedienstleitungen (PDK) und Einrichtungsleitungen (EL) heran.

Danach sieht es wie folgt aus: Zwischen den Jahren 2020 und 2026 sind die durchschnittlichen Jahresbruttogehälter

► der Pflegekräften von 38.088 Euro auf 53.256 Euro gestiegen.

► der WBL von 41.729 Euro auf 62.351 Euro gestiegen.

► der PDL von 49.645 Euro auf 66.343 Euro gestiegen.

► der EL von 67.606 Euro auf 83.157 Euro gestiegen.

„Alle Ebenen haben hinzugewonnen. Der stärkere Anstieg der Fachkraftgehälter führt jedoch dazu, dass die relative finanzielle Distanz zur Führung nicht automatisch größer wird“, heißt es in der Analyse. Und weiter: Für die Bewertung von „Gerechtigkeit“ sei jedoch nicht nur die absolute Gehaltshöhe relevant. Entscheidend wäre, welcher Aufschlag mit dem nächsten Karriereschritt verbunden sei und wie sich dieser Abstand seit 2020 entwickelt habe.

Dazu zeigt die Untersuchung auf, dass der Karriereschritt von einer Fachkraft zur Wohnbereichsleitung im Jahr 2020 mit einem Aufschlag von 9,6% und 2026 mit einem Aufschlag von 17,1% verbunden war bzw. ist. Die Veränderung weist also ein Plus von 7,5% auf.

Anders verhalten sich die Veränderungen über den genannten Zeitraum bei den Karrierreschritten von Wohnbereichsleitung zur Pflegedienstleitung sowie von Pflegedienstleitung zur Einrichtungsleitung. Zwischen einer WBL und PDL schrumpfte der Abstand von 19,0 (2020) auf 6,4 Prozent (2026), er hat sich also um -12,6% verringert. Zwischen einer PDL und EL ist er von 36,2 (2020) auf 25,3 Prozent (2026) geschrumpft, das entspricht einer Verringerung von 10,8 Prozentpunkten. Die Abstände zwischen den einzelnen Karrierestufen haben sich also deutlich verschoben.

Im Rückgriff auf die Frage, ob Führungskräfte-Gehälter in der Altenpflege gerecht sind, kommt der Personalvermittler zu folgendem Schluss: „Die Gehälter von Führungskräften in der Altenpflege haben sich deutlich entwickelt. Gleichzeitig ist der durchschnittliche Abstand zur Pflegefachkraft seit 2020 eher kleiner geworden. Dieser Befund trifft auf Führungsrollen, die mit Personal-, Qualitäts-, Organisations- und Ergebnisverantwortung verbunden sind. Ein wissenschaftlich anerkannter Faktor, der Mehrverantwortung direkt in einen bestimmten Gehaltsprozentsatz übersetzt, existiert nicht. Ein pauschales Urteil „gerecht“ oder „ungerecht“ wäre deshalb nicht belastbar. Die finanzielle Attraktivität von Führung ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen Aufschlag, Verantwortung, Belastung und Gestaltungsspielraum.“

Die entscheidende Frage laute daher nicht nur, was Führung verdiene, sondern ob der Gehaltsabstand auch im Verhältnis zur zusätzlichen Verantwortung stehe.

Quelle: rehsearch.de


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