Bundesgesundheitsminister: Will Renten der pflegenden Angehörigen nicht kürzen


24.08.2026 - Für das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) zeichnet sich ein erster kleiner Lichtblick ab: In einem Interview mit der "BILD am Sonntag" hat Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann soeben angekündigt, die Rentenansprüche von pflegenden Angehörigen nicht kürzen zu wollen.

Der Entwurf des PNOG stammt noch von Linnemanns Vorgängerin im Amt, Nina Warken. Sie hatte darin eine Absenkung der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige auf 70 Prozent des derzeitigen Wertes vorgesehen und sich erhofft, damit etwa 1,8 Milliarden Euro einzusparen.

Der neue Bundesgesundheitsminister hingegen will bei pflegenden Angehörigen, bei der Rente, nicht sparen, wie er im Interview sagte. Andernfalls würde die Gesellschaft aus seiner Sicht an Wärme verlieren. Sie würde kälter werden, "weil das Menschen sind, die unsere Gesellschaft zusammenhalten“.

Nun will Linnemann nach eigenem Bekunden versuchen, diesen Punkt im anstehenden Gesetz zu korrigieren, sodass privat Pflegende keine Abstriche hinnehmen müssen, sondern die Rentenpunkte erhalten bleiben. Er kündigte an, in der Koalition über eine mögliche Gegenfinanzierung sprechen zu wollen. Das werde nicht einfach, so der Minister, "aber wir werden Wege finden, um es gegenzufinanzieren“.

Mit seiner Haltung zu diesem Punkt stößt Carsten Linnemann in ein ähnliches Horn, mit dem auch der Bundeskanzler schon positiv aufgefallen war. Auch Friedrich Merz hatte sich zu den im PNOG geplanten Einsparungen bei den Rentenansprüchen pflegender Angehöriger bereits kurz kritisch geäußert.

Zudem könnte in diesem Punkt auch ein kräftiger Gegenwind aus den eigenen Koalitionsreihen von CDU, CSU und SPD, aus der Opposition und besonders aus sozialen Verbänden – auch dem DVLAB – eine Rolle spielen. Von allen Seiten hatte es Kritik am PNOG gehagelt, und das insbesondere an Warkens Einsparversuchen bei pflegenden Angehörigen.

Zudem laufen derzeit auch zahlreiche Petitionen dagegen Sturm, allen voran die Petition Pflegereform ja - aber nicht auf Kosten pflegender Angehöriger! der beiden Verbände wir pflegen e.V. und Pflegende Angehörige e.V.. Diese Petition wird vom DVLAB auf allen Kanälen stark unterstützt und verbreitet. Bisher (Stand 24.08.2026) wurden insgesamt 26.780 Mitzeichnende gewonnen.

"Das sind aber noch nicht genug Unterstützer*innen", betont der DVLAB Bundesvorsitzende Peter Dürrmann. "Daher bitte ich alle, sich dafür einzusetzen, dass diese Petition ein großer Erfolg wird. Es braucht jetzt ein starkes Signal nach Berlin, damit das Gesetzespaket noch einmal geöffnet wird. Bewegen wir gemeinsam etwas für Millionen Menschen, die auf die eine oder andere Art durch die beabsichtigte Reform bittere Nachteile erleiden werden!"

Hier geht`s zur Petition



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