Nina Warken zur Pflegereform: Will strukturelle Veränderungen
02.06.2026 - Die Pflegebranche wartet mit Spannung auf das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Es ist jedoch weiterhin offen, wann das Gesetz im Bundeskabinett vorliegt sowie dort beraten und beschlossen werden kann.
Sollte das noch bis Ende Juni sein, so würde eine Pflegereform trotzdem frühestens erst im Herbst nach der zweimonatigen parlamentarischen Sommerpause verabschiedet werden können. Diese beginnt im Juli.
Während ihr Entwurf mit Spannung erwartet wird, hat sich Nina Warken gegenüber der „Bild am Sonntag“ zwischenzeitlich nochmal zu Wort gemeldet. Trotz steigenden Defizits habe man sich zu lange nicht an eine nachhaltige Pflegereform gewagt, so die Ministerin. Nach ihrem Bekunden strebt sie keine Reform, die ausschließlich die Finanzlage der Pflegeversicherung stabilisiert, sondern sieht strukturelle Veränderungen als notwendig an. Sparzwänge würden zwar bestehen, aber gleichzeitig seien Strukturveränderungen das Ziel, "die im Sinne von ‚einfacher und schneller‘ zu einer besseren Pflege führen und Angehörige stärker unterstützen". Für Warken geht es in einer nachhaltigen Reform zugunsten der Betroffenen auch um die Vermeidung oder Verzögerung von Pflegebedürftigkeit. „Wir müssen durch gezielte Begleitung und wirksame Präventionsmaßnahmen die Pflegebedürftigkeit so weit wie möglich hinauszögern.“
Ob und wie sie ihre Worte im PNOG umsetzen wird, bleibt abzuwarten. Es wäre jedenfalls wünschenswert, wenn das Gesetz nicht lediglich auf Einsparungen und Leistungsminderung zielt, sondern für alle – für die Pflege, die Pflegebedürftigen und die Pflegeversicherung – tatsächliche Entlastungen bringt.
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