DGB-Index "Gute Arbeit": Durchhalten bis zur Rente?


23.07.2026 - Durchhalten bis zur Rente? Das ist vorwiegend eine Frage der Arbeitsbedingungen. Zu diesem Schluss kommt der DGB-Index "Gute Arbeit" in der Auswertung seiner aktuellen repräsentativen Beschäftigtenbefragung.

Danach können sich 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland nicht vorstellen, unter den aktuellen Bedingungen bis zum derzeitigen gesetzlichen Renteneintrittsalter zu arbeiten. Und dieser Wert wurde vor der Rentenreform ermittelt.

Noch pessimistischer bewerten die Beschäftigten in der Pflege ihre künftige Arbeitsfähigkeit: 67 % der in der Altenpflege Beschäftigten gehen nicht davon aus, bis zur Rente durchhalten zu können. In der Krankenpflege glauben das sogar 71 % nicht.

Die Einschätzung der zukünftigen Arbeitsfähigkeit ist laut der Studie eng mit der konkreten Arbeitssituation verknüpft. In der Auswertung wurden alle 42 Merkmale der Arbeitsbedingungen, die im DGB-Index Gute Arbeit erhoben werden, daraufhin analysiert, wie sie die Selbsteinschätzung der Beschäftigten beeinflussen. Dabei haben verschiedene Merkmale besonders starke Auswirkungen auf die Selbsteinschätzung der Beschäftigten: Je höher die Belastungssituation ist, desto pessimistischer wird die zukünftige Arbeitsfähigkeit eingeschätzt. Das gilt für

Körperlich schwere Arbeit: Wenn sehr häufig körperlich schwer gearbeitet wird, gehen 72 Prozent der Befragten davon aus, nicht bis zur Rente durchzuhalten.
Lärm oder laute Umgebungsgeräusche: Wenn Beschäftigte bei der Arbeit sehr häufig Lärm ausgesetzt sind, gehen 61 Prozent davon
aus, nicht bis zur Rente arbeiten zu können.
Zeitdruck: Wenn sehr häufig unter Zeitdruck gearbeitet wird, gehen 59 Prozent davon aus, nicht erst zum gesetzlichen Renteneintrittsalter in Rente zu gehen.
Lange Arbeitszeiten: Je länger die Wochenarbeitszeit ist, desto größer wird der Anteil derjenigen Befragten, die davon ausgehen, nicht bis zur Rente durchzuhalten.
Fehlende Handlungsspielräume: Wenn Beschäftigte keinen Spielraum bei der Planung und Einteilung der eigenen Arbeit haben,
äußern sich 55 Prozent pessimistisch.
Fehlende Betriebliche Gesundheitsförderung: Beschäftigte, in deren Betrieben keine Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförde-
rung durchgeführt werden, gehen zu 46 Prozent davon aus, nicht
bis zur Rente arbeiten zu können.

Dazu der Deutsche Gewerkschaftsbund: "Mit Prävention und Gesundheitsförderung haben Betriebe und Dienststellen entscheidende Hebel für den Erhalt der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten in der eigenen Hand."

Für die Erhebung wurden in den Jahren 2022 bis 2026 knapp 28.000 Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen befragt.



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