Report Pflegebedürftigkeit: Die jüngsten Zahlen aus 2025


17.07.2026 - Der "Report Pflegebedürftigkeit 2026" des Medizinischen Dienstes Bund (MD) zeigt die Entwicklung von Pflegebedürftigkeit zwischen 2015 und 2025 auf. Zudem weist er auf Potenziale für die Modernisierung der Begutachtung hin.

DIE WICHTIGSTEN ERGEBNISSE

Die Zahl der Pflegebedürftigen hat sich seit 2015 mehr als verdoppelt. Ende 2025 erhielten rund sechs Millionen Menschen Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung. Dies hängt einerseits mit dem demographischen Wandel und andererseits mit der Pflegereform zusammen, die 2017 erfolgte. Danach wurden auch psychische, psychiatrische und kognitive Beeinträchtigungen bei der Einstufung besser berücksichtigt. In der Folge erhielten mehr (und auch viele jüngere) Menschen einen Pflegegrad.

Auch die Zahl der Begutachtungen hat sich fast verdoppelt. Die Medizinischen Dienste haben 2025 bundesweit rund 3,1 Millionen Pflegebegutachtungen durchgeführt.

Löwenanteil der Pflegebegutachtungen im ambulanten Bereich: Knapp 90 Prozent der antragstellenden pflegebedürftigen Menschen leben heute im eigenen Zuhause und werden von An- und Zugehörigen versorgt − häufig ohne Inanspruchnahme von ambulanten Sachleistungen.
▶︎ Im ambulanten Bereich entfielen 47,3 Prozent der Pflegebegutachtungen auf Erstanträge und 40,0 Prozent auf Höherstufungsanträge.
▶︎ Im stationären Bereich erfolgten 11,3 % Erstgutachten und knapp 82 % Höherstufungsgutachten.

Die meisten Pflegebedürftigen beantragen Pflegegeld. Im Jahr 2025 beantragten fast 60 % Prozent der antragstellenden Personen Pflegegeld. 11,2 Prozent beantragten ambulante Pflegesachleistungen und gut 19 Prozent Kombinationsleistungen. Lediglich 9,4 Prozent der Antragsteller*innen beantragten vollstationäre Pflege.

Ergebnisse bei den Erstbegutachtungen: Am häufigsten – nämlich in 34,5 % der Fälle – wurde der Pflegegrad 2 empfohlen. Pflegegrad 1 erhielten 29 Prozent der Antragsteller*innen. Pflegegrad 3 wurde bei 11,7 Prozent der Erstbegutachtungen empfohlen, während die Pflegegrade 4 und 5 zusammen 3,6 Prozent erreichten. 21,3 Prozent
der erstmals Begutachteten wurden als nicht pflegebedürftig eingestuft.

Ergebnisse bei den Höherstufungsanträgen: Bei 69 Prozent der Anträge wurde eine Höherstufung empfohlen, bei 30 Prozent
blieb der Pflegegrad unverändert und bei 1 Prozent zeigte sich eine Verbesserung der Selbstständigkeit. Die meisten Antragstellenden hatten zuvor Pflegegrad 2 (43,9 Prozent).

Geschlechtsspezifische Ergebnisse: Über 60 Prozent der begutachteten Personen, bei denen ein Pflegegrad festgestellt wurde,
waren Frauen.

Wohnsituation: Der Großteil der begutachteten Personen mit mindestens Pflegegrad 1 lebte im eigenen Zuhause allein oder mit weiteren Personen und wurde ambulant versorgt. Weiterhin zeigt sich, dass mehr Frauen als Männer allein lebten (44,1 Prozent versus 26,1 Prozent).

Es kann jedoch ein klarer Zusammenhang zwischen Pflegegrad und Versorgungsform festgestellt werden. Erwartungsgemäß dominierte 2025 die ambulante Wohnform bei Pflegegrad 1 zu 99,1 % und bei Pflegegrad 2 zu 96 %. Am häufigsten lebten die Pflegebedürftigen dabei mit
anderen Personen zusammen (51,5 % bzw. 52,5 %), während das Alleinleben zu 47,3 % bzw. 43,1 % vorkam. Ebenfalls erwartungsgemäß nahm der Anteil ambulant Alleinlebender mit steigendem Pflegegrad kontinuierlich ab. Aber das Zusammenleben mit anderen Personen blieb auch in höheren Pflegegraden die häufigste ambulante Konstellation.

Die häufigsten pflegebegründenden Diagnosen waren 2025 eine eine dementielle Erkrankung auf Platz 1 (7,9 %), gefolgt von Altersschwäche inkl. Gebrechlichkeit ("Senilität") mit 7,5 % und Polyathrose (6,6 %) auf Platz zwei und drei.

SCHLUSSFOLGERUNG

Die Erfahrungen der Medizinischen Dienste aus den Pflegebegutachtungen zeigen, dass die Betroffenen − insbesondere zu Beginn der Pflegebiografie und in Versorgungssituationen ohne professionelle Unterstützung − eine Beratung benötigen, wie sie ihren Pflegealltag besser organisieren und bewältigen können. "Von daher sollte sich die Pflegebegutachtung in Zukunft auf Pflegesituationen fokussieren, in denen An- und Zugehörige die Versorgungssituation oft ohne professionelle Unterstützung organisieren, um gerade diese Menschen zielgerichtet unterstützen und entlasten zu können", so der Medizinische Dienst Bund.














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