LV Mecklenburg-Vorpommern: Landespflegekonferenz hatte Premiere
13.05.2026 - Ganz bewusst am gestrigen "Tag der Pflegenden" fand in Mecklenburg-Vorpommern im Goldenen Saal des Justizministeriums in Schwerin die erste Landespflegekonferenz Mecklenburg-Vorpommerns statt. Auch der DVLAB war dabei!
Vor Ort wurde der DVLAB durch Sven Kastell vertreten, Sprecher der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied im Bundesvorstands. Kastell ging es vor allem darum, die fachpolitischen und praktischen Impulse dieser Auftaktveranstaltung aufzunehmen und den direkten Dialog zu suchen.
Ein zukunftsfähiger Hilfemix vor Ort
Das Leitthema dieser Premiere der Landespflegekonferenz lautete „Sorgende Gemeinschaften“. Im Zentrum der Vorträge und Diskussionen stand dazu die Frage, wie ein fairer und intelligenter Hilfemix aus professioneller Pflege, kommunalen Netzwerken und Zivilgesellschaft gelingen kann, um die Selbstbestimmung und Selbstständigkeit pflegebedürftiger Menschen in ihrer vertrauten Lebenswelt zu sichern.
Nach der Eröffnung durch Staatssekretärin Sylvia Grimm lieferten zwei Impulsvorträge die inhaltliche Grundlage:
▶︎ Prof. Dr. Thomas Klie (AGP Sozialforschung, Freiburg) analysierte die Voraussetzungen für funktionierende lokale Unterstützungsnetzwerke.
▶︎ Nadine-Michèle Szepan (AOK Bundesverband) beleuchtete die Potenziale sorgender Gemeinschaften zur Stärkung der Lebenswelt von Pflegebedürftigen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden diese Ansätze direkt mit der Praxis sowie der Perspektive pflegender Angehöriger abgeglichen.
Praxisbeispiele und Vernetzung
Das Nachmittagsprogramm richtet den Blick auf konkrete Umsetzungsmöglichkeiten. Auf der Agenda standen Konzepte zur Wohnraumanpassung durch die Landesfachstelle für Wohn- und Digitalisierungsberatung MV sowie der Erfahrungsbericht des Mittelhof Gessin e.V. („Wie Gessin das Bleiben lernte“). Parallel bot der „Markt der Möglichkeiten“ Raum für die Vernetzung mit regionalen Fachstellen und Pflegestützpunkten.
Klare Worte zur Pflegefinanzierung sowie Verleihung der Landespflegemedaille
Zum Abschluss der Konferenz fand Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in ihrem Grußwort deutliche Worte zur aktuellen bundespolitischen Lage. Sie bedauerte ausdrücklich, dass derzeit primär eine reine Kürzungsdebatte in der Pflege geführt werde. Aus ihrer Sicht muss die Finanzierung grundsätzlich auf den Prüfstand: Schwesig forderte eine kritische Überprüfung versicherungsfremder Leistungen innerhalb der Pflegeversicherung und bemängelte, dass sich aktuell nicht alle solidarisch an der Finanzierung des Systems beteiligen.
Im Anschluss an diese politische Positionierung überreichten Schwesig und Sozialministerin Stefanie Drese überhaupt erstmals in der Landesgeschichte die neu geschaffenen Landespflegemedaille. Verliehen wurde sie in diesem Jahr an drei verdiente Frauen. Diese nahmen die Auszeichnung stellvertretend für alle pflegenden Angehörigen im Land entgegen. Damit würdigte das Land die unverzichtbare Leistung der häuslichen Pflege und rückte die Rolle der Angehörigen als tragende Säule der „Sorgenden Gemeinschaften“ in den Mittelpunkt.
Sven Kastell nach der Veranstaltung: "Der heutige Tag der Pflegenden und die Premiere der Konferenz unterstreichen, dass eine zukunftssichere Versorgung auf stabile finanzielle Rahmenbedingungen und das Zusammenspiel von Hauptamt, Ehrenamt und gesellschaftlicher Solidarität angewiesen ist."
Wie erleben Leitungskräfte in der Altenhilfe die Einbindung regionaler Netzwerke im Versorgungsalltag? Wo sehen sie die größten Chancen oder auch praktische Hürden für „Sorgende Gemeinschaften“? Sven Kastell wünscht sich, dass Kolleginnen und Kollegen ihre Erfahrungen mit dem DVLAB teilen und sich aktiv in den Austausch innerhalb der DVLAB-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern einbringen.
Das Foto zeigt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig beim Grußwort
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