DAK-Studie: Armutsfalle Pflege


05.03.2026 - Eine neue DAK-Studie zeigt derzeitige Rekordwerte bei der Sozialhilfequote in stationären Pflegeeinrichtungen auf. Ohne Reformen steigen die Belastungen der Pflegebedürftigen – und damit die Hilfe zur Pflege (HzP) – ungebremst weiter an, hat der Bremer Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Heinz Rothgang mit seinem Team errechnet.

Durch die massiv gestiegenen Eigenanteile in Heimen sind immer mehr Bewohner*innen auf unterstützende Sozialhilfeleistungen angewiesen. Die Sozialhilfequote in Pflegeheimen erreicht 2026 trotz bereits erfolgter Maßnahmen zur Kostendämpfung den neuen Höchstwert von 37 Prozent. Ohne die gestaffelten Leistungszuschläge nach § 43c SGB XI, denen Rothgang einen stark „dämpfenden Einfluss“ auf die Hilfe zur Pflege in Heimen bescheinigt, läge die Sozialhilfequote aktuell bereits bei 45 Prozent und würde bis 2032 auf über 50 Prozent steigen. Bliebe rechtlich alles so, wie es derzeit ist, steigt die Zahl der Sozialhilfeempfänger*innen nach den vorliegenden Berechnungen im Jahr 2032 auf eine Quote von 40,4 Prozent an und steuert bis 2035 ungebremst auf knapp 43 Prozent zu.

Kritisch bewertet Rothgang in der Sonderanalyse aktuelle Vorschläge zur regelhaften Dynamisierung. „Die Dynamisierungsszenarien sind allesamt ungeeignet zur Begrenzung der HzP-Quote“, heißt es in dem Bericht. Den Berechnungen zufolge ergäbe sich bei einer jährlichen Leistungsdynamisierung anhand der allgemeinen Lohnentwicklung für 2035 eine Sozialhilfequote von 42,1 Prozent, bei einer jährlichen Dynamisierung gemäß der Inflationsentwicklung sogar von 42,9 Prozent. Damit könne die Leistungsdynamisierung die im Koalitionsvertrag von Union und SPD „vorgegebene Zielsetzung nicht erreichen“, so das Fazit in dem Bericht.

Dagegen werden Vorschläge zur Begrenzung der Eigenanteile in Pflegeheimen als wirksames Instrument gegen Altersarmut und eine weiter steigende Zahl von Sozialhilfeempfänger*innen bewertet. „Die Deckelszenarien begrenzen die HzP-Quote und führen diese sogar zurück“, heißt es im Gutachten. Das Team um Rothgang berechnete unter anderem die Auswirkungen, wenn die pflegebedingten Eigenanteile durch einen „Pflegedeckel“ auf einen Höchstbetrag von 1.000 oder 1.200 Euro im Monat begrenzt würden. Laut Sonderanalyse würde die Sozialhilfequote dann auch im Jahr 2035 in den unterschiedlichen Szenarien nur zwischen 32 und 37 Prozent liegen. Alle Quoten würden im Jahr 2035 unterhalb des für 2026 errechneten Wertes liegen.
Quelle: dak.de

Hier der Bericht "Hilfe zur Pflege in Pflegeheimen - Entwicklung der Sozialhilfequote 2024-2035 unter Berücksichtigung aktueller Reformoptionen. Sonderanalyse im Auftrag der DAK-Gesundheit"

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