Neuen Personalmix in der Pflege: Mehr Qualität und Zufriedenheit


23.01.2026 - Das Modellprogramm zur Weiterentwicklung der Personalbemessung in der vollstationären Pflege des GKV-Spitzenverbandes ist abgeschlossen. Im Ergebnis zeigen sich Verbesserungen in der Qualität der pflegerischen Versorgung, der Lebensqualität der Bewohnenden und der Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

Wie Stephan Dzulko, Mitglied im DLAB-Bundesvorstand, schon auf dem 30. Bundeskongress sagte: "Die Anwendung der neuen Personalbemessungsmaßstäbe ist nicht verbindlich und wird auch künftig nicht verbindlich sein." Heimen empfahl er dennoch gut begründet: "Machen Sie das trotzdem, auch wenn sie es nicht müssen!" Warum? Vor allem, weil der neue Personalmix zu einer neuen kompetenzorientierten Arbeitsorganisation in Einrichtungen sowie meist auch zu mehr Personal führe, insbesondere in den Bereichen Pflegeassistenz und Pflegehilfskräfte.

Die zehn am Modellprojekt beteiligten vollstationären Einrichtungen wurden bei der Entwicklung und Erprobung des neuen Personalkonzeptes wissenschaftlich begleitet. Dazu haben Constance Stegbauer (aQua-Instituta für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH, Göttingen) und Prof. Dr. Heinz Rothgang (SOCIUM Forschungszentrum der Universität Bremen) kürzlich die Ergebnisse auf einer Fachtagung des GKV-Spitzenverbands in Berlin präsentiert.

Kernfrage ihrer Forschung war: Welche Effekte hat der neue Personalmix bei veränderter Aufgabenorganisation auf Bewohner*innen und Pflegepersonal in der stationären Langzeitpflege? Fast durchweg positive, vor allem mehr Zufriedenheit auf allen Seiten, das ließ sich durch Befragungen feststellen:

Die beteiligten Bewohner*innen empfanden spürbar verbesserte Lebensqualität im Vergleich zu vor der Umstellung, insbesondere in den Bereichen „Aktivität und Beschäftigung“, „Sich zu Hause fühlen“ und „Pflegebeziehungen“. Und selbst Bewohner*innen mit leichter bis schwerer Demenz gaben in den auf sie zugeschnitten Fragebögen positive Veränderungen an. Lediglich bei jenen mit sehr schwerer Demenz konnten keine Tendenzen festgestellt werden.

Die beteiligten Pflegekräfte mit unterschiedlichen Qualifikationsniveaus haben die neue Arbeitsorganisation als deutliche Entlastung erlebt, insbesondere durch messbar weniger Überstunden, weniger Zeitdruck und selteneres ungeplantes Einspringen sowie verlässlichere Pausen und verbesserte Zusammenarbeit im Team. Im Ergebnis also bessere Arbeitsbedingungen und gestiegene Arbeitszufriedenheit nach der Umstellung.

Dazu Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes: „Der Personalmix in der Pflege ist wichtig für eine bessere Versorgung. Es reicht nicht, einfach nur mehr Personal einzusetzen, letztendlich kommt es darauf an, in welcher Form und nach welcher Qualifikation das zusätzliche Personal entsprechende Aufgaben übernimmt." Außerdem drückte er seine Hoffnung aus, "dass viele Einrichtungen die Ergebnisse als Hilfe nutzen, um für die Praxis eine gute Balance zwischen den Bedarfen der Pflegebedürftigen, den fachlichen Anforderungen und den vorhandenen Pflegekräften zu finden." Dafür stelle der GKV-Spitzenverband ein umfangreiches Angebot an Schulungsmaterialien zur Unterstützung bereit.





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