DVLAB Mitglieder-Salon: Informationen und Lösungen teilen
07.12.2025 - Der Mitglieder-Salon des DVLAB hat sich im Jahr 2025 erneut als wertvolles digitales Austauschformat erwiesen. Zweimal jährlich haben die Mitglieder jedes Bundeslandes die Möglichkeit, sich online zu vernetzen, aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und ihre Erfahrungen aus der Praxis zu teilen.
Geleitet wird das Format von Nadine Lopuszanski (Foto), Mitglied im DVLAB-Bundesvorstand. Sie lädt zu den Sitzungen ein, führt sie durch, bündelt die Themen und spiegelt zentrale Entwicklungen zurück.
Nadine Lopuszanski berichtet über die Mitglieder-Salons 2025:
Insgesamt wurden in diesem sich dem Ende zuneigenden Jahr 24 Einladungen ausgesprochen, von denen 11 Termine tatsächlich stattfanden. Die durchschnittliche Teilnehmerzahl lag bei zwei bis drei Personen pro Sitzung, was angesichts des Arbeitsaufkommens von Leitungskräften in der Alten- und Behindertenhilfe nicht wundert. Die meisten Teilnehmer*innen waren neue Mitglieder, die den digitalen Salon als offenen Einstieg in die Verbandsarbeit nutzten.
Das Jahr 2025 zeigte je nach Bundesland sehr unterschiedliche Themenlagen:
In Thüringen berichteten die Teilnehmenden am 23. Januar beispielswweise von einem deutlichen Mangel an Krankenhausplätzen für Auszubildende, insbesondere im ländlichen Raum. Auch die Versorgung durch externe Therapeut*innen – etwa in den Bereichen Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie – sei stark rückläufig.
In Baden-Württemberg stand am 6. Februar ein neuer Rahmenvertrag für die neue Personalbemessung im Fokus, der den Einrichtungen deutlich mehr Spielräume eröffnet. Gleichzeitig befindet sich das WBTG in Überarbeitung. Manfred Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration im „Ländle“, kündigte eine „Entlastungsallianz“ zur Entbürokratisierung an, um Verordnungen zu verschlanken und Vertrauen stärker zu gewichten. Aufv dem Mitglieder-Salon des DVLAB diskutiert wurden mögliche Änderungen wie das Herauslösen ambulanter WGs aus dem WBTG, das Streichen der Heimmitwirkungsverordnung oder die Umstellung von Regel- auf Stichprobenprüfungen durch die Heimaufsicht – Maßnahmen, gegen die sich die Heimaufsicht bereits deutlich positioniert.
In Nordrhein-Westfalen thematisierte der Mitglieder-Salon am 20. Februar weiterhin aggressive Abwerbungsbemühungen der Krankenhäuser, die zunehmend auch einjährig Qualifizierte anziehen. Therapieversorgung sei hingegen unproblematisch. Kritik gab es an den Sozialhilfeträgern, deren langsame Arbeitsweise Pflegesatzverhandlungen verzögere. Außerdem wurde deutlich, dass der Verwaltungs- und Wirtschaftsschlüssel vielerorts angehoben werden müsste, da Sozialhilfeanträge teils bis zu 20 aufwendige Seiten umfassen. Positiv wurde hervorgehoben, dass einige Landkreise das Antragsverfahren bereits digitalisiert haben.
In Berlin/Brandenburg tauschten sich die Mitglieder am 12. März und 9. Oktober aus. Zentral waren Hinweise auf den DVLAB-Fachtag in Kassel sowie eine Erhebung der Universität Leipzig zur zahnärztlichen Versorgung in Berliner Pflegeheimen. Brandenburg plant zudem eine Landeshygieneverordnung, die obligatorische Hygienefachkräfte vorsieht – mit der Gefahr, dass diese vom Krankenhaussektor abgeworben werden. Zudem gebe es weder für die Hauswirtschaft noch für Hygienefachkräfte derzeit Ausbildungsangebote. Auch der Hinweis auf kirgisische Ärztinnen und Ärzte, die in Deutschland Pflegepraktika suchen, wurde besprochen.
In Bayern standen am 20. März während des Mitglieder-Salons langwierige Antragsverfahren zur Pflegeversicherung in Niederbayern im Mittelpunkt. Dazu tauschten sich die Teilnehmenden über anwaltliche Unterstützungsmöglichkeiten aus. Die Einzelzimmerquote sinke, und im PeBem erreiche der Fachkräfteanteil etwa 43 Prozent – mit dem klaren Grundsatz „Qualität vor Quantität“.
In Sachsen kam man am 3. April und 4. September zum Mitglieder-Salon zusammen. Die Leitungskräfte berichteten von bis zu sechs Monate dauernden Verhandlungsterminen mit den Kassen. Gute Erfahrungen gäbe es mit Beschäftigten aus dem SGB-II-Bereich („Herbstresidenzen“), deren Arbeitgeber einen 75-prozentigen Lohnzuschuss erhalten. Auch ein besonders praxisnaher Punkt wurde hervorgehoben: Azubis, die zwar zur Prüfung zugelassen werden, diese aber nicht bestehen, gelten in Sachsen automatisch als QN 3 – ein großer Vorteil für die Personaleinsatzplanung. Bezüglich Investitionskosten- Förderung bestehe weiterhin Unsicherheit, da Neuinvestitionen deutlich teurer seien, als bisher kalkulierbar. Eine neue Hygieneverordnung sei in Arbeit, vorgesehen seien bis zu 0,25 VBE für Hygieneverantwortliche.
In Niedersachsen/Bremen diskutierten die Mitglieder am 15. Mai vor allem die Herausforderungen in der Eingliederungshilfe. Alte Rahmenverträge und Personalschlüssel seien nicht mehr kompatibel mit den gestiegenen Anforderungen der Heimaufsicht.
In Hessen ging es am 18. September auf dem Mitglieder-Salon um laufende Verhandlungen zum Rahmenvertrag, der Verbesserungen in den Bereichen Hauswirtschaft und Verwaltung bringen soll. Das neue Landesrahmengesetz sei vorgestellt worden und enthalte vielversprechende Ansätze, auch wenn der aktuelle Sachstand noch unklar sei.
In Mecklenburg-Vorpommern traf man sich am 13. November. Dort wurde berichtet, dass die Hygieneverordnung sehr streng an Krankenhausstandards ausgerichtet sei, sie werde aber nur wenig geprüft. MDK-Prüfungen gestalteten sich wieder stärker konzeptlastig und damit bürokratischer. Positive Erfahrungen gebe es mit vietnamesischen Pflegeschulen, die von Fachkräften aus Deutschland besucht werden. Ein bedeutendes Infrastrukturprojekt ist in Greifswald geplant: eine neue Pflegeschule für rund 950 Schülerinnen und Schüler mit einem Investitionsvolumen von 45 Millionen Euro. Hingegen scheitere die mobile Demenzbetreuung trotz guter Ansätze am fehlenden Personal.
Der Mitglieder-Salon des DVLAB zeigte damit auch 2025 seine Stärke: Er schafft Raum für ehrlichen Austausch, frühzeitige Problemerkennung und das Teilen guter Lösungen – in jedem Bundesland, niedrigschwellig und orientiert an den realen Problemen und Fragen, die Leitungskräfte vor Ort bewegen.
Der DVLAB dankt Nadine Lopuszanski herzlich für ihr Engagement, mit dem sie auch im Jahr 2025 den Mitgliedersalon geführt hat. Er wird auch in 2026 fortgesetzt.
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