Bayern: Monitoring und Berufsregister zu Pflegekräften


30.01.2024 - Die nachrückenden, neu ausgebildeten Pflegekräfte in Deutschland werden die Lücke, welche die "Generation Babyboomer" durch Verrentung hinterlassen wird, nicht schließen. Das ist bekannt. In Bayern wird das voraussichtlich noch vor 2030 eintreten, zeigt das aktuelle "Monitoring Pflegepersonalbedarf 2023" der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (DdPB). Für die Studie wurden 420 Einrichtungen und Dienste zu ihrem Personalbedarf und ihren Einschätzungen befragt.

Bereits jetzt entspreche die aktuelle Personalausstattung nicht ihrem tatsächlichen Bedarf, gab fast die Hälfte der Befragten an. Und rund 70 Prozent berichteten davon, aus Personalmangel Versorgungsanfragen oder Anfragen nach Heimplätzen nicht erfüllen zu können. Auch vom neuen Personalbemesungssystem erwartet die stationäre Langzeitpflege offenbar keine Entlastung. "Die mit dem Personalbemessungssystem verbundenen Erwartungen können angesichts der Personalsituation wohl kaum eingelöst werden", schreiben dann auch die Autoren des 2. Monitorings Pflegepersonalbedarf Bayern, Prof. Dr. Michael Isfort und Prof. Dr. Thomas Klie.

Ein knappes Drittel der Befragten hat 2023 Fachkräfte aus dem Ausland angeworben. Doppelt so viele geben jedoch Probleme mit der Integration an, soweit es sich um Fachkräfte aus dem nicht-europäischen Ausland handelt. Insbesondere Ambulante Pflegedienste zeigen hier Schwierigkeiten auf.

Die Autoren der Studie bedauern auch, dass es in Deutschland immer noch keine flächendeckende Pflegeberichterstattung gibt. "Wir wissen nicht, wie viele Pflegefachpersonen wo mit welchen Weiterbildungen, Zusatzqualifikationen und Funktionen arbeiten."

Zumindest für Bayern wird das nun geändert: Hier soll per Gesetz ein Berufsregister für Pflegefachpersonen eingeführt werden, wie die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach ankündigte. Damit sollen laut Ministerin Versorgungsrisiken und Versorgungslücken frühzeitig erkannt werden – "und zwar so frühzeitig, dass ausreichend Zeit ist, mit geeigneten Maßnahmen gegenzusteuern. Auch können wir aus den Daten etwa den Bedarf an Aus-, Fort- und Weiterbildungen ableiten".

Das Berufsregister zu Anzahl, Altersstruktur und Qualifikation der Pflegekräfte soll künftig von der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) geführt werden. Pflegekräfte sind verpflichtet, sich digital (und gebührenfrei) registrieren zu lassen. Damit geht jedoch keine Pflichtmitgliedschaft oder Beitragspflicht bei der VdPB einher. Vielmehr steht allen bayerischen Pflegefachkräften weiterhin die Entscheidung frei, ob sie Mitglied bei der VdPB werden möchten oder nicht. Das unterscheidet die VdPB ganz wesentlich von Landespflegekammern.

In Zusammenhang mit dem Berufsregister bezweifelt der DVLAB jedoch die Erwartung der Ministerin, dass damit dem Personalmangel entgegengesteuert werden könne. Denn wo keine Pflegekräfte zur Verfügung stehen, können auch keine Stellen besetzt werden. Im 2. Monitoring zum Bedarf geben bereits heute zwei Drittel der Einrichtungen und Dienste in Bayern an, sie würden länger als drei Monate benötigen, um eine Stelle wieder oder neu zu besetzen.



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