Menschen mit Demenz: Soziales Leben wichtig für Lebensqualität


09.01.2023 - In Deutschland sind nach Schätzungen etwa 1,8 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Bei ihrer Versorgung standen bisher vor allem medizinische und pflegerische Aspekte im Vordergrund. Eine jetzt veröffentlichte Studie unterstreicht nun auch psychosoziale Faktoren für den Krankheitsverlauf.

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) hat untersucht, wie unterschiedliche Maßnahmen bei der Behandlung von Menschen mit Demenz wirken. Das zentrale Ergebnis ist nicht erstaunlich und entspricht auch dem Erfahrungswissen in der Altenhilfe sowie von Angehörigen. Aber jetzt ist es auch wissenschaftlich belegt: Werden demenziell veränderte Menschen in ihrem gewohnten Umfeld betreut und bleiben sie sozial eingebunden, so weisen sie bessere Krankheitsverläufe auf.

Die eigene Lebenswelt spielt ganz offenbar eine besonders wichtige Rolle. Hier ist auch der DVLAB davon überzeugt: Menschen mit Demenz sollten so lange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt in ihrem vertrauten Zuhause leben können. Dafür braucht es entsprechende Unterstützungsangebote im Quartier. Wenn Betroffene regelmäßige soziale Kontakte und gemeinschaftliche Aktivitäten pflegen und aktiv am Alltag teilhaben können, wirkt sich das positiv auf Demenzsymptome aus.

Die Forscher*innen des DZNE haben in ihre Arbeit sowohl Mitarbeitende aus der Pflege und medizinischen Versorgung als auch Ehrenamtliche auch betreuende Angehörige in Fokusgruppendiskussionen einbezogen.

Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Sprecher des DZNE-Standorts Rostock/Greifswald: „Die intensiven Diskussionen mit den Studienteilnehmenden bestätigen, dass psychosoziale Faktoren eine hohe Bedeutung haben – sowohl für die Lebensqualität als auch für die Autonomie und die soziale Teilhabe von Menschen mit Demenz. Wenn die psychosozialen Aspekte gezielt gestärkt werden, beeinflusst das den Krankheitsverlauf positiv und unterstützt die pflegenden Angehörigen.“

Aus den Ergebnissen dieser Diskussionen leiten die Forschenden konkrete Handlungsempfehlungen ab. Danach ist es u.a. wichtig, Modellprojekte zu initiieren, die „positive soziale Kontakte von Menschen mit Demenz“ stärken. Ebenso sehen sie einen Bedarf an gesellschaftlicher Aufklärung sowie an Unterstützung der Angehörigen, um ein Verständnis für Demenzsymptome zu schaffen.

Die Originalpublikation der Studie trägt den Titel "Identifikation relevanter psychosozialer Maßnahmen in der Entstehung, Behandlung und Versorgung von Menschen mit Demenz".

Quellen: dasgehirn.info (Website des DZNE), deutschesgesundheitsportal.de

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