Neues Personalbemessungsverfahren: Geht endlich in Erprobung


01.12.2022 - Auf dem 27. Bundeskongress des DVLAB hatte Prof. Dr. Heinz Rothgang (Foto) es noch vehement angemahnt – jetzt endlich wird das von ihm entwickelte neue Verfahren zur Personalbemessung in der stationären Pflege in der Praxis getestet. Dazu hat der GKV-Spitzenverband nun die Aufträge zur Durchführung des Modellprogramms vergeben.

Das Vorhaben besteht aus zwei Teilen:

▶︎ Teil 1: Konzept und Erprobung
Zunächst soll ein Konzept dazu entwickelt werden, wie das Personal in der stationären Altenpflege qualifikationsorientiert eingesetzt werden kann. Teil des Konzeptes werden auch begleitende Maßnahmen der Organisations- und Personalentwicklung, der Digitalisierung und des Technikeinsatzes sein.

Anschließend soll das konzeptionelle Ergebnis in der Praxis an teilnehmenden Einrichtungen erprobt werden. Dafür werden diese mit entsprechendem Personal bestückt.

Ziel der Erprobungsphase ist es, auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse eine Strategie zur bundesweiten Einführung des neuen Personalbemessungssystems in der stationären Langzeitpflege zu finden.

Diesen 1. Teil des Vorhabens wird ein Konsortium (Universität Bremen, Contec-Gesellschaft für Organisationsentwicklung, Hochschule Bremen) durchführen.

▶︎ Teil 2: Evaluation und Erarbeitung der Grundlagen zur Personalbemessung
Die Erprobungsphase, die dem in Teil 1 entwickelten Konzept folgt, wird selbstverständlich evaluiert. Auf Basis der Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Begleitung, Begutachtung und Bewertung der Prozesse und Wirkungen soll dann abschließend eine Grundlage für die zukünftige Personalbemessung erarbeitet werden.

Diesen Teil 2 des Vorhabens wird ein gemeinschaftliches Team aus der Universität Bremen sowie dem Aqua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen durchführen.

"Mit dem Modellprogramm wird erstmals der konkrete Personaleinsatz je nach Qualifikation des Personals am individuellen Pflegebedarf der jeweiligen Heimbewohnenden ausgerichtet", sagte Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

Das neue Personalbemessungsverfahren für die stationäre Langzeitpflege hatte Prof. Dr. Heinz Rothgang mit seinem Team entwickelt und erstmals 2020 präsentiert. Das Entscheidende daran: Nach diesem System lässt sich der Bedarf an pflegerischen Fachkräften und qualifizierten Hilfskräften für jede Einrichtung individuell berechnen. Experte Rothgang leitet u.a. die Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung am SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen.

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