Appell wegen Energiekostensteigerung: Strompreis deckeln!


15.09.2022 - Der Energiekostenanstieg betrifft Unternehmen und Organisationen aus allen Bereichen der Gesellschaft – und selbstverständlich auch die Pflege. Verschiedene Mitglieder der Unternehmerverbände Niedersachsen e.V., darunter der Paritätische Niedersachsen, richten deshalb einen gemeinsamen Appell an die Landes- und die Bundesregierung, den Strompreis zu deckeln und weitere Maßnahmen zu ergreifen, um das Überleben der Unternehmen zu sichern.

Informiert wurde auch mit konkreten anonymisierten Beispielrechnungen, die plastisch aufzeigen, wie die Energiekostensteigerungen verschiedene Branchen treffen. Auch die Auswirkungen auf die Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege sind dort aufgeschlüsselt.

Beispiel Pflege
Ein Mitgliedsverband der Unternehmerverbände Niedersachsen aus der Pflege hat eine Blitzumfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt. Hier die Ergebnisse in Auszügen:

• 94,55 Prozent der 269 Organisationen, die an der Blitzumfrage teilgenommen haben, geben an, die Auswirkungen von Energiekrise und Inflation bei ihrer Arbeit zu spüren.

• 55,75 Prozent der Befragten nehmen die Belastung für ihre Organisation als sehr stark bis stark war.

• 56,52 Prozent der Befragten nehmen die Belastung für ihre Klient*innen als sehr stark bis stark war. 44,18 Prozent der Befragten nehmen die Belastung für sich persönlich als sehr stark bis stark war. Klient*innen und Organisation liegen also nahezu gleich auf, während die spürbare persönliche Belastung dagegen um über 10 Prozent geringer ausfällt.

• 87,2 Prozent der Befragten bezeichnen die Energiekosten als die größte Belastung für ihre Organisation. Darauf folgen mit deutlichen Abstand Lebensmittelkosten (57,32 Prozent), Beschaffungskosten (53,05 Prozent), Personalkosten (46,43 Prozent), Baumaterialkosten (40,24 Prozent) und Investitionskosten (36,59 Prozent). Da es sich um eine Mehrfach-Auswahlfrage handelt, konnten die Teilnehmer*innen mehrere Antworten auswählen, die Prozentzahlen beziehen sich daher auf die Häufigkeit der Auswahl nach Teilnehmer*in.

• Beim Blick auf die wirtschaftliche Situation für das kommende Jahr sticht hervor, dass lediglich 8,43 Prozent der Teilnehmer*innen der Zukunft positiv entgegensehen. Stattdessen bewerten 42,17 Prozent der Befragten die wirtschaftliche Zukunft als sehr negativ bis negativ. Rund die Hälfte ist sich unsicher.

• Bei der Frage, inwieweit staatliche Unterstützung zur Abfederung der Krise benötigt wird, ist der größte Teil (51,81 Prozent) noch unsicher. Gleichzeitig sind 37,95 Prozent der Ansicht, dass sie definitiv Unterstützung benötigen. Lediglich gut 10 Prozent sind der Meinung, dass sie keine Unterstützung benötigen. Die große Unsicherheit resultiere mit Sicherheit daraus, dass die zusätzlichen Kosten noch nicht voll durchschlagen und noch keine Klarheit über weitere Unterstützung im Rahmen des dritten Entlastungspakets bestand, so die Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände.

Wichtig erscheint ihnen, dass es für die Sozialwirtschaft bislang überhaupt kein politisches Angebot zur Entlastung gibt. Wegbrechende Pflege, Kitas usw. hätten jedoch verheerende Auswirkungen für die Funktionsfähigkeit der Wirtschaft. Die derzeitigen Energiekostenentwicklungen im Krankenhaus und Pflegebereich überschreite alles bisher Dagewesene.


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