25. Bundeskongress: Wege aus der Dauerkrise – Altenhilfe fordert Perspektive


10.12.2019 - Am 21./22. November 2019 hat der DVLAB von seinem 25. Bundeskongress ein deutliches Signal für mehr Personal ausgesandt. Über 500 Leitungskräfte und Expertinnen/Experten erlebten in Berlin live eine Initiative des Verbandes mit, die den Pflegekräftemangel rasch lindern helfen soll.

Die Forderung: Pflegeheime sollten ihre Personalmenge für die Pflegegrade 3 bis 5 auf bis zu 1:1,5 aufstocken können. Und zwar nach eigenem fachlichen Ermessen der Bedarfe, ohne Anrechnung auf die Fachkraftquote sowie direkt finanziert über die Pflegekasse analog dem Pflege-Personal-Stärkungsgesetz. Das würde auch die Eigenanteile der Betroffenen nicht steigen lassen.

Der Vorschlag des DVLAB erhielt donnernden Applaus und erreichte auch die Bundespolitik. Die anwesende Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesgesundheitsminister, Sabine Weiss, sprach an den DVLAB-Bundesvorsitzenden Peter Dürrmann nach ihrem Vortrag eine Einladung aus. Gleiches tat Erwin Rüddel (CDU/CSU-Bundestagsfraktion), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Bundestages. Er hatte auf dem Podium des Bundeskongresses u.a. mit seiner Kollegin Kordula Schulz-Asche (Bündnis90/Die Grünen) und Peter Dürrmann mögliche Wege zur "Soforthilfe" diskutiert. Die Gespräche sollen in Berlin nun rasch fortgesetzt werden.

Neben der Personalnot wurden natürlich weitere wichtige Themen auf dem Bundeskongress bewegt, allen voran eine Reform der Pflegeversicherung. Zu ihrer künftigen Finanzierung lautet das zentrale Stichwort: Sockel-Spitze-Tausch. Darüber hinaus erscheint ein echter Systemwechsel notwendig, der zum Abbau der Sektorengrenzen vollstationär, teilstationär und ambulant führen sollte. Hierzu hörte das Plenum zwei wichtige Stimmen: die von Prof. Dr. Heinz Rothgang, Urheber der beiden maßgeblichen Gutachten dazu, sowie jene von Dr. Bernhard Schneider, Sprecher der Initiative Pro Pflegereform.

Aber auch die Gesundheit der Pflegenden stand auf der Agenda. Betrachtet wurde das Instrument der Gefährdungsanalyse ebenso wie die externe Mitarbeiterberatung als eine Form des Gesundheitsmanagements. Beide Vorträge förderten Erhellendes zu Tage.

Ebenso erhellend waren die anhaltenden Fragen einerseits nach der Höhe des Wagniszuschlages und andererseits nach der Notwendigkeit eines Flächentarifvertrages. Insbesondere zum Thema Bezahlung der Pflegenden waren verschiedene Positionen deutlich geworden.

Beide Kongresstage wurden jeweils von herausragenden Rednern beschlossen. Am ersten Abend riss Diakonie-Präsident Ulrich Lilie das Publikum mit seinem Plädoyer für mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft mit, am zweiten Abend überzeugte Prof. Dr. Wilfried Schlüter mit eindringlichen Worten die anwesenden Leitungskräfte von der Dringlichkeit der Selbstfürsorge.

Das war nur ein kleiner Ausschnitt aus dem breit gefächerten Programm des 25. Bundeskongresses, der noch vieles mehr an Erkenntnissen erbrachte. Erneut hat sich die zweitägige Veranstaltung mit ihren zahlreichen Vorträgen, zwei Podiumsdiskussionen und spannenden Fachausstellern wieder in prominenter Besetzung präsentiert.

Der Kongress wurde wieder von Dr. Marion Hartfiel moderiert. Das Foto zeigt den DVLAB-Bundesvorsitzenden Peter Dürrmann bei der Eröffnung.

Hier die Kongressdokumentation „CARESTYLE 2019/2020“ des DVLAB

Hier ein Kongressbericht der Zeitschrift CAREkonkret (Ausgabe 49)

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