Langzeitpflege: Ohne wissenschaftliche Erkenntnisse während der Pandemie


13.12.2020 - Ob sie an Demenz erkrankt sind oder nicht – hochaltrige und pflegebedürftige Menschen in Einrichtungen der Altenpflege gehören im Hinblick auf die Corona-Pandemie zur Hochrisikogruppe. Auch ihr Anteil an den Covid19-Todesraten ist regelmäßig hoch. Die Einrichtungen tun alles, um diesen besonders vulnerablen Personenkreis vor Infektionen zu schützen. Doch welche Maßnahmen im Einzelnen ergriffen werden und welche Folgen sie haben, dazu gibt es bisher keine systematisch erhobenen und belastbaren Daten.

Daher fordert das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (EbM-Netzwerk), diese Fragen rund um das Infektionsgeschehen in der Langzeitpflege von der Pflegewissenschaft nun untersuchen zu lassen.

Das hält auch der DVLAB für dringend geboten. Der Bundesvorsitzende Peter Dürrmann: "Wir sind in diesem Jahr bereits in der zweite Welle der Pandemie, die die Langzeitpflege seit Frühling maximal fordert. Und wir wissen weder, was uns im Jahr 2021 noch bevorsteht, noch verfügen wir über einen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn zur Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner während der Pandemie. Das muss sich ändern."

So sieht das auch die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP). Auch sie fordert eine systematische pflegewissenschaftliche Forschung zum Infektionsgeschehen unter COVID-19 in der Langzeitpflege. In einer entsprechenden Stellungnahme der DGP heißt es: „Im Angesicht der COVID-19-Krise wurden zurecht Milliarden an Forschungsgeldern ausgeschüttet. Die wenigen Projekte im besonders stark betroffenen Bereich der Langzeitpflege mussten jedoch meist ohne Förderung durchgeführt werden. Diese Projekte haben erste wichtige Erkenntnisse zur Versorgungssituation in der Langzeitpflege hervorgebracht, dennoch ist das Wissen zur Situation und den Rahmenbedingungen in der Langzeitpflege auch im vierten Quartal der COVID-19 Krise lückenhaft.“



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