Corona-Prämie: Mal so, mal so?


22.05.2020 - Der Bund hat über die Corona-Prämie entschieden, manche Länder beraten noch. Der Sachverhalt:

Die Leistungen der Pflegekräfte sind während der Corona-Pandemie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Alle Welt zollte ihnen plötzlich Respekt, nannte sie „Helden des Alltags“ und erkannte die in Corona-Zeiten besonders hohen physischen und psychischen Belastungen an. Schon bald kam die Rede von einem Corona-Bonus für Beschäftigte in der Pflege auf. Die Einmal-Prämie sollte gestaffelt bis zu 1.500 Euro zeitnah ausgezahlt werden. Der Streit darüber, wer diese Kosten trägt, folgte auf dem Fuße.

Mitte Mai beschlossen Bundestag und Bundesrat dann mit dem zweiten Maßnahmepaket zur Bekämpfung der Pandemie: Alle Beschäftigten der Altenpflege - und nur der Altenpflege - erhalten im Jahr 2020 eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von bis zu 1.000 Euro pro Kopf. Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung sollen am meisten bekommen, aber auch Auszubildende, Leiharbeitskräfte, Mitarbeitende in Servicegesellschaften etc. berücksichtigt werden. Das Geld dafür kommt erstmal von den Pflegekassen. Im Herbst 2020 wollen die Bundesminister Spahn (Gesundheit) und Scholz (Finanzen) schauen, was der Bund zur Finanzierung beitragen wird.

Die Länder und Arbeitgeber können den Bonus auf bis zu 1.500 Euro aufstocken. In diese Richtung appellierte auch der Bundesgesundheitsminister ausdrücklich an die Landesregierungen. Doch die Lage bleibt uneinheitlich: Einige Länder wie Baden-Württemberg, Hamburg oder Rheinland-Pfalz wollen die zusätzlichen 500 Euro z.B. allein übernehmen. Hessen, Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern möchten die Arbeitgeber an der Aufstockung beteiligen. Wieder andere Landesregierungen, etwa in Niedersachsen, beraten noch, ob und wie sie die Bundesprämie aufstocken können. Bayern und Berlin gehen mit jeweils eigenen und selbst finanzierten Einmal-Prämien für einen jeweils unterschiedlich erweiterten Beschäftigtenkreis ihre eigenen Wege.

Der Corona-Bonus bleibt in mehrfacher ein bisschen merkwürdig. Ursprünglich als Anerkennung für Beschäftigte in der Pflege gedacht, geht die Akutpflege nun leer aus. Auch der laute Streit über die Verteilung der Kosten hinterlässt einen schalen Geschmack. Und womöglich werden einige Beschäftigte der Altenpflege unterm Strich auch weniger Prämie im Geldbeutel haben als Kolleginnen und Kollegen anderswo.


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