Corona-Virus: Herausforderung für die Altenhilfe


14.03.2020 - Das sich ausbreitende Corona-Virus hat enorme Folgen, auch für die Altenhilfe in Deutschland. Deren Klientel zählt zu den Risikogruppen für einen schweren Krankheitsverlauf in Folge einer Infektion. Entsprechend müssen alte und kranke Menschen besonders geschützt werden. Gleichzeitig gilt es, ihre Versorgung und Pflege weiterhin sicherzustellen. Was für Herausforderungen!

➤ Bundesländer haben Besuche in vollstationären Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe, in denen besonders schutzbedürftige Menschen leben, sowie für anbieterverantwortete Wohngemeinschaften weitgehend untersagt. Dies ist z.B. in NRW und Bayern der Fall. Auch Kommunen haben verschiedentliche Anweisungen. Außerdem haben viele Träger und Einrichtungen vielerorts von sich aus ähnliche Maßnahmen eingeleitet. Abzuwägen war hier die Verhältnismäßigkeit: Einerseits sind Einrichtungen der Altenpflege gegenüber ihrem Klientel fürsorgepflichtig, andererseits haben BewohnerInnen das Selbstbestimmungsrecht und ggf. auch ein Hausrecht in ihren eigenen Räumlichkeiten.

➤ Seit dem 16. März 2020 haben alle Schulen und Kindertagesstätten in Deutschland geschlossen. Die Schulpflicht ist vorerst ausgesetzt. Damit stehen auch Eltern, die in der gesundheitlichen Versorgung und Pflege der Bevölkerung tätig sind, vor Betreuungsproblemen. Ihre Mitarbeit müssen Einrichtungen und Dienste der Altenpflege jedoch unbedingt erhalten. Entsprechend werden vielerorts alternative Betreuungsformen für die Kinder u.a. von Pflegekräften organisiert. Immer mehr Einrichtungen richten dazu bereits betriebsinterne Möglichkeiten ein.

Die Corona-Krise macht über deutlich, wie unerlässlich die "Ressource Mensch" in der Altenpflege ist: Weil alte und kranke Menschen aufgrund ihres besonderen Risikos Angst vor einer Infektion haben und ihnen durch Besuchsverbote zudem Vereinsamung droht, sind sie mehr denn je auch auf den menschlichen Kontakt mit Pflegekräften angewiesen. Der Personalnotstand rächt sich jetzt in besonderer Weise.

➤ Um das Personal in Altenheimen zu entlasten, finden vorerst bis Ende Mai 2020 keine Qualitätsprüfung für den sogenannten Pflege-TÜV statt.

Hier informiert die BIVA über aktuelle Regelungen in einzelnen Bundesländern zu Besuchseinschränkungen in Alten- und Pflegeheimen.

Hier die Hinweise des Robert Koch Instituts zur Prävention und zum Management von Erkrankungen in Alten- und Altenpflegeheimen (Stand: 10.3.2020)

Hier ein Pandemie-Maßnahmenplan in Vorbereitung auf einen Ausbruch Influenza / SARS-CoV-2 im Pflegeheim, den die Adolphi-Stiftung öffentlich zur Verfügung gestellt hat.

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