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Bundeskongress > 2019 > Feedback


Teilnehmerinnen und Teilnehmer
live vom 25. Bundeskongress in Berlin

SUSANNE GREGER, Augsburg, ist Werkleiterin und Geschäftsführerin einer Einrichtungsgruppe der Stadt Augsburg mit fünf Pflegeheimen, Tagespflege und Ambulantem Dienst. ALEXANDER MENZEL, Augsburg, leitet eines der Pflegeheime der Stadt Augsburg.

Susanne Greger: "Den Vorschlag von Herrn Dürrmann, dass Pflegeheime für die Pflegegrade 3 bis 5 ihre Personalmenge ad hoc auf bis zu 1 : 1,5 aufstocken sollen können, halte ich für sehr gut. Wenn das wie gefordert nach eigenem Ermessen der Bedarfe geschieht, wäre das auch rasch umsetzbar. Wichtig ist natürlich, dass das nicht auf die Fachkraftquote angerechnet und von der Pflegekasse auch bezahlt wird, damit die Pflegebedürftigen in den Einrichtungen die Mehrkosten nicht mit weiter steigenden Eigenanteilen tragen müssen. Dass es in den Ländern bislang unterschiedliche Personalschlüssel gibt, ist ungerecht. Zumindest bei uns in Bayern ist das Niveau gut. Es muss aber ein bundesweites Signal gesetzt werden. Nur so können wir die Berufszufriedenheit wieder steigen lassen und die Herzen der Pflegenden zurückgewinnen."

Alexander Menzel: "Auch ich kann den Vorschlag 1 : 1,5 nur unterstützen. Es wäre gut, das sofort umzusetzen. Und Prof. Rothgang hat mit seinem zweiten Gutachten heute ja auch dargelegt, dass wir künftig ohnehin mehr Personal in unseren Heimen benötigen."

MARC THORWESTEN ist Geschäftsführer der Hamburger Blindenstiftung. Diese ist u.a. Träger einer Wohneinrichtung, die auf die Bedürfnisse sehbehinderter und blinder alter Menschen zugeschnitten ist.

"In unserer Einrichtung haben wir mehr Stellen als in nicht spezialisierten Heimen. Diese höheren Personalkosten werden jedoch über Zuschüsse refinanziert. Grundsätzlich wäre für die Altenhilfe die Umsetzung des Vorschlages, sofort für mehr Personal sorgen zu können, aus meiner Sicht aber wünschenswert. Auch die Struktur- und Finanzreform der Pflegeversicherung, wie sie von der Initiative Pro Pflegereform vorgeschlagen wird, sollte zügig umgesetzt werden. Ich sehe das aber positiv. Im DVLAB haben wir für die Reform jedenfalls schon mal alle Kräfte gebündelt. Was mir dagegen Sorgen macht: Wo bekommen wir die Fachkräfte her? In Hamburg ist der Arbeitsmarkt völlig abgegrast. Und in drei Jahren, wenn die ersten generalistisch ausgebildeten Pflegekräfte auf den Markt kommen, müssen wir diese für die Altenhilfe erstmal nachqualifizieren, bevor sie für die Langzeitpflege berufsfähig sind. Das Problem der Akquisition von Personal wird uns also noch länger begleiten."

ANNETTE THEISEN ist Qualitätsmanagerin beim Christlichen Sozialwerk Harreshausen (Hessen), das u.a. ein Seniorenzentrum betreibt.

"Die Vorträge am ersten Kongresstag zur sofortige Aufstockung der Personalmenge in Pflegeheimen sowie zur Reform der Pflegeversicherung waren der Knaller, gerade inhaltlich! Das hat uns allen einen guten Ausblick auf die Zukunft ermöglicht, wie es doch funktionieren könnte. Ich bin unbedingt dafür, dass bei einer Reform der Pflegeversicherung auch die Sektorengrenzen ambulant und stationär aufgelöst werden sollten. Damit gewinnt der alte Mensch mehr Selbstbestimmung und hat auch mehr Einfluss auf die Art seiner Versorgung. Ein lautes Ja sage ich auch zum vorgeschlagenen Sockel-Spitze-Tausch bei der Finanzierung der Pflegeversicherung. Die Eigenanteile wachsen doch in den Himmel! Privat wie im Heim erlebe ich täglich, wie Betroffene auf diese Weise in die Enge getrieben werden."

CHRISTINE SCHACHTSCHNEIDER, Freiburg, ist Dokumentationsbeauftragte einer geronto-psychiatrischen Pflegeeinrichtung.

"Am ersten Kongresstag haben mich zwei Themen besonders beschäftigt. Einerseits betrifft das alles, was zur nötigen Reform der Pflegeversicherung gesagt wurde. Das war spannend, und ich habe daraus viel mitgenommen. Vor allem, dass wir auch in Baden-Württemberg für die Reform aktiv werben sollten. Zum anderen bin ich Herrn Wipp sehr dankbar für seine Hinweise und Tipps zur neuen Qualitätsprüfung. Diese Informationen waren für mich gerade im Hinblick auf Veränderungen in der Dokumentation wertvoll. Am zweiten Kongresstag habe ich die Diskussion zur Frage, ob die Pflege einen flächendeckenden Tarifvertrag braucht, aufmerksam verfolgt. Ich halte Tarifverträge für immens wichtig, schon damit die Spielräume für private Träger nicht zu groß sind. Bei den Verhandlungen sollten die Arbeitnehmerseite gut vertreten werden. Aber Gewerkschaften passen aus meiner Sicht nicht mehr in unsere Zeit, wenn sie anachronistisch agieren. Da brauchen manche neue Handlungskonzepte."

PHILIPP KADEN ist Gesundheits- und Sozialmanager sowie auf der Leitungsebene Berufseinsteiger. Derzeit wirkt er als Assistent der Geschäftsführung mehrerer Pflegeheime in kommunaler Trägerschaft im sächsischen Erzgebirge.

"Ich habe bisher nur wenige Kongresse wie diesen miterlebt und nehme interessante Informationen mit, gerade zur Reform der Pflegeversicherung. Besonders spannend fand ich, die politischen Akteure mit unterschiedlichen Grundpositionen mal live mitzuerleben, sozusagen Auge in Auge. Hier wurden doch grundlegende Differenzen transparent. Allerdings sollte es künftig auf dem Bundeskongress vielleicht mehr Raum für noch mehr Diskussionen zwischen dem Plenum und den Vortragenden sowie untereinander zwischen den verschiedenen Referenten geben. Sehr gut hat mir auch der Vortrag von Herrn Wipp zu den neuen Qualitätsprüfungen gefallen, schon wegen der hohen Verständlichkeit. Er konnte wirklich deutlich machen, wie eng Pflegequalität mit wirtschaftlichen Fragen verbunden ist."

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